Warum überhaupt ein Relaunch?
Weil Magazine heute nicht mehr so funktionieren wie früher. Viele Unternehmen setzen immer noch auf das Altbewährte: Newsmeldungen, ein paar Pressetexte – fertig. Aber die Ansprüche haben sich verändert. Man muss sich trauen, Inhalte neu zu denken.
Was heißt das konkret?
Themen spannend aufbereiten, Storytelling einbringen und das Gesamtkonzept regelmäßig hinterfragen. So bleibt ein Magazin frisch und lesenswert.
Und der Mehrwert – wie zeigt sich der?
Mehrwert bedeutet für mich, glückliche Leserinnen und Leser zu schaffen. Leser, die ein Magazin nicht nur durchblättern, sondern sich wirklich darin vertiefen. Im besten Fall bleiben sie an einer Geschichte hängen und bauen so eine Bindung zu dem Unternehmen auf. Was einen emotional berührt, bleibt viel länger im Gedächtnis als schnelle Fakten.
Bringt ein Magazin-Relaunch mehr Reichweite?
Ja, definitiv. Jedes Kundenmagazin enthält Inhalte, die sich hervorragend für digitale Kanäle eignen. Der Relaunch ist die perfekte Gelegenheit, um solche Themen gezielt zu entdecken und strategisch zu verlängern. Das kann neue Reichweiten eröffnen, die einem vorher gar nicht bewusst waren.
Wo kann man überall anpacken, wenn es um einen Relaunch geht?
Es gibt wirklich viele Stellschrauben. Die Papierwahl ist ein wichtiger Aspekt, gerade mit Blick auf Nachhaltigkeit. Ab 2025 werden Nachhaltigkeitsberichte verpflichtend, und da spielt zertifiziertes Papier eine Rolle. Aber natürlich auch die Inhalte selbst: Welche Themen passen noch zur Zielgruppe? Sind die bisherigen Rubriken noch zeitgemäß? Die Zielgruppe verändert sich ständig – die Leute werden älter, neue, junge Leser kommen hinzu. Da muss man einfach immer wieder ran.
Die Leserinnen und Leser haben heute andere Erwartungen.
Vera Hopp, Geschäftsführerin
Wie sieht es mit dem Layout aus?
Ganz entscheidend! Viele Magazine arbeiten noch mit langen, verschachtelten Texten. Aber die Leser haben heute andere Erwartungen. Sie wollen lesefreundliche, klar strukturierte Inhalte. Entweder kurze, knackige Texte, die man leicht konsumieren kann. Oder Langstrecken, in die man richtig eintauchen kann. Beides braucht eine gezielte Aufbereitung.
Stichwort Spaß – spielt der auch eine Rolle?
Ja, auf jeden Fall! Der Relaunch ist ein kreativer Prozess, bei dem alle zusammenkommen. Ein Magazin ist ja ein Instrument, das verschiedene Abteilungen bedient: Produktmanagement, Vertrieb, Unternehmenskommunikation. Diese Bereiche haben meist zu wenige Plattformen, um sich auszutauschen. Der Relaunch ist eine Chance, gemeinsam Ideen zu entwickeln. Da wird auch viel Potenzial sichtbar, das man vorher gar nicht gesehen hat.
Bringt so ein Relaunch auch finanzielle Vorteile?
Ja, die gibt es durchaus. Zum Beispiel: Wenn ich sage, wir machen statt 100 Seiten nur noch 30, die dafür aber richtig gut, spare ich in der Produktion. Oder ich ändere den Erscheinungsrhythmus: seltener, aber hochwertiger. Es geht darum, kluge Entscheidungen zu treffen.
Wann weiß man, dass ein Relaunch nötig ist?
Sobald es intern anfängt zu haken. Wenn die Themenfindung schwerfällt, wenn die Resonanz ausbleibt, wenn es mühsam wird, das Heft überhaupt zu füllen. Das sind klare Zeichen, dass Zeit für einen Neustart ist.
Gibt es Themen, die besonders wichtig sind, aber oft übersehen werden?
Ja, oft sind es die Serviceleistungen eines Unternehmens. Was kann ich als Kunde erwarten? Beratung, Unterstützung – das sind die Dinge, die ein Kunde wirklich mit dem Unternehmen verbindet. Und die darüber entscheiden, wie lange er bleibt. Oder auch Umwelt- und Nachhaltigkeitsthemen. Die lassen sich in einem Magazin gut darstellen, etwa durch Reportagen oder authentische Interviews. Es geht darum, der Marke einen echten Mehrwert zu geben.
Es geht darum, der Marke einen echten Mehrwert zu geben.
Vera Hopp, Geschäftsführerin
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